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“Erschweren Personaldienstleister Geschäftsbeziehungen im Freelancer-Markt?” Im Gespräch mit Ulrich Conzelmann und Irina Wittmann, freelance pages AG

 In Arbeit 4.0, Consulting & Coaching, Deutschland, Digitalisierung, Einkauf, Europa, Hamburg, Personal, HRM & Organisation, Recruiting

Conplore: Herausforderung Digitalisierung: Welche neuartigen Anforderungen an Arbeitswelt und Geschäftsmodelle sehen Sie aktuell? Sind Freelancer der Schlüssel zum Erfolg?

Ulrich Conzelmann:

Damit die Digitalisierung gelingen kann, müssen die Chancen, die damit für jedes einzelne Unternehmen verbunden sind, zunächst einmal erkannt werden.
Für Mitarbeiter, die oft schon seit vielen Jahren in den Unternehmen arbeiten, ist das nicht immer ganz einfach. Ideen von außen oder allein schon ein kritisches Hinterfragen der Geschäftsmodelle wirken da oft als Katalysator.

Für die Umsetzung der notwendigen Veränderungen ist dann Know-how ein kritischer Erfolgsfaktor. Das erforderliche Spezialwissen ist meist in den Unternehmen gar nicht vorhanden. Mitarbeiter, die dieses Know-how mitbringen, sind sehr schwer zu finden und meist wird das Wissen ja auch nur punktuell oder temporär benötigt.

Freelancer können da tatsächlich der Schlüssel zum Erfolg sein. Die ca. 300.000 Freelancer in Deutschland, die auf einschlägigen Gebieten tätig sind, verfügen über ein immenses Know-how. Wenn es gelingt, dieses Know-how flexibel an die Stellen zu bringen, wo es gerade benötigt wird, dann kann die Digitalisierung gelingen.

Conplore: Stichwort Auftragsakquise – Erschweren Personaldienstleister Geschäftsbeziehungen im Freelancer-Markt? Wenn ja, weshalb?

Ulrich Conzelmann:

Da muss man differenzieren. Auf der einen Seite ist der Freelancer-Markt sehr unübersichtlich und einen geeigneten Freelancer aus den unzähligen Profilen bei XING, LinkedIn, etc. auszuwählen – das überfordert die meisten Unternehmen.

Andererseits sorgt der Einsatz von Personaldienstleistern für Intransparenz und in der Folge für Qualitätsprobleme: Die Versuchung für Personaldienstleister ist schon groß, eher ein Profil anzubieten, das ihn im Einkauf 600 EUR pro Tag kostet, als ein vielleicht besseres, für das er jedoch 800 EUR bezahlen muss, wenn er weiß, dass sein Kunde nur bereit ist 900 EUR zu zahlen.

Auch die Kompetenz ist ein Thema: Die Herausforderungen, die die Digitalisierung stellt, sind neu und vielfältig und oft verstehen die Personaldienstleister die Anforderungen, die gestellt werden, gar nicht, sondern können lediglich nach Schlüsselbegriffen in den Profilen suchen.

Ein weiterer Punkt ist, dass der Einsatz von Personaldienstleistern die Suchprozesse ausbremst und der Agilität im Wege steht. Viele Einsatzunternehmen stellen sich das so vor, dass der Vermittler in irgendeiner Form über ‚seine’ Freelancer verfügt.
Das ist natürlich nicht so. Vielmehr beginnt der Vermittler mit der Kundenanfrage zu recherchieren und das dauert nun halt.

Ein weiterer Punkt ist die rechtliche Seite der Zusammenarbeit:
Mit der geplanten Änderung des Arbeitnehmerüberlassungsgesetztes (AÜG) zum 01.01.2017 verliert nicht nur die sogenannte “Fallschirmlösung” die schützende Wirkung, die Vermittler bisher bieten konnten. Es ist dann vielmehr sogar so, dass der Einsatz eines Personaldienstleisters, der den Freiberufler als Subunternehmer unter Vertrag nimmt, die zusätzliche Gefahr einer Ordnungswidrigkeit mit sich bringt, die mit empfindlichen Geldstrafen geahndet wird. Ab dem 01.01.2017 ist der Einsatz eines Vermittlers somit ein rechtliches Risiko.

Conplore: Fokus Selbstvermarktung: Wie können Freelancer von Netzwerkeffekten profitieren?

Irina Wittmann:

Freelancer schätzen natürlich ihre Eigenständigkeit. Damit gehen aber auch vielfältige Aufgaben, die man in der Selbständigkeit alleine bewältigen muss, einher: Kundenakquise, Kundenpflege, Buchhaltung, Planung des Geschäftsjahres, um nur einige zu nennen. Um all dies müssen sich Freelancer kümmern, vor und nach ihren Projekteinsätzen. Besonders die Kundenakquise kann sehr zeitaufwändig sein, gerade für Quereinsteiger oder Selbständige, die sich erst noch ein Netzwerk aufbauen müssen. Man kann dann natürlich seinen eigenen Webauftritt aufbauen und betreiben, um sich und sein Know-how professionell zu präsentieren. Oder man telefoniert die Einsatzunternehmen direkt ab. All das kostet aber viel Zeit, die besser in Projekteinsätzen oder im Privatleben aufgehoben wäre. Zudem ist das Aufbauen einer eigenen Marke, sodass man eine Vielzahl potenzieller Kunden erreichen kann, keine so leichte Sache.

Die Inhalte beziehungsweise die Essenz der eigenen Marke herauszuarbeiten – dabei können wir den Freelancer schon ein wenig mit der Profilstrukturierung auf unserer Plattform unter die Arme greifen. Und wir können ihnen auch helfen, die Sichtbarkeit ihrer Profile zu erhöhen. Denn durch ein Profil auf einer Plattform mit vielen Nutzern erhöht sich beispielsweise in Suchanfragen bei Suchmaschinen die Sichtbarkeit. Zumindest bei Google funktioniert der Algorithmus ja so, dass eine Webseite höher gelistet wird, wenn unter anderem viele Zugriffe verzeichnet werden. Wenn für eine Suchmaschine unsere Plattform als nützliche Quelle gelistet wird, weil viele Nutzer täglich darauf zugreifen, Profile pflegen, Suchanfragen stellen etc., dann nützt das im Umkehrschluss wieder den Nutzern der Plattform. Ihr Profil taucht bei speziellen Suchanfragen dann gleich weit oben auf. Zudem können wir bei freelance pages, die wir ja die digitale Infrastruktur bereitstellen, viel mehr Zeit für ein gutes SEO-Konzept aufwenden als vielbeschäftigte Freelancer.

Wie auch bei sozialen Netzwerken gilt die Devise:
Gemeinsam sind wir stark. Eine Plattform zur Pflege von Geschäftsbeziehungen ist für mich ja auch nur dann wirklich interessant, wenn ich weiß, dass ich dort viele Kontakte knüpfen kann und ich da überhaupt ein Gegenüber habe.

YouTube-Portrait >>
Quelle: freelance pages | YouTube-Channel

Conplore: Inwiefern ist freelance pages eine disruptive Innovation aus Deutschland?

Irina Wittmann:

Da bisher eben viele Projektbesetzungen von Unternehmen an Personaldienstleister ausgelagert werden, entstehen hohe Kosten. Zum einen natürlich durch die Provisionen an die Vermittler, die im Jahr 2015 rund 20% des Umsatzes im Freelancer-Markt ausmachten. Auf der anderen Seite muss man aber auch sehen, dass es Unternehmen viel Zeit kostet, einen Vermittler zu engagieren, ihm die Vorgaben zu erklären und dann aus den vorgeschlagenen Kandidaten den besten auszuwählen. Wir haben die freelance pages AG deswegen gegründet, weil wir mit freelance pages als Plattform eine faire Alternative schaffen wollten, durch die Freelancer und Unternehmen direkt Geschäftsbeziehungen aufbauen können.

Passende Analogien liefern existierende Plattformen, zum Beispiel auf dem Wohnungsmarkt: Früher, vor den Zeiten des Internets, hat man ja über Makler gesucht. Für seine Arbeit hat der Makler natürlich Provision verlangt. Mit dem Internet kann man heutzutage als Wohnungssuchender allerdings selbst an den zukünftigen Vermieter herantreten, sodass ein Makler nicht mehr unbedingt einen Mehrwert leisten kann. Der Markt hat sich durch das Internet eben dahingehend verändert, dass es mittlerweile Plattformen gibt, auf denen man eine passende Wohnung viel direkter finden kann.

Zugegeben, wir sind nicht die ersten, die eine Plattform für Freelancer und Unternehmen zur Verfügung stellen. Unser Modell verzichtet aber vollkommen auf Personaldienstleister und stellt so existierende Marktmechanismen in Frage. Denn in der Regel ist es auf anderen Freelancer-Plattformen schon so, dass dort viele Vermittler angemeldet sind, die für ihre Kunden Freelancer kontaktieren. Meiner Meinung nach hat hier nur eine Übertragung von offline-Prozessen ins Internet stattgefunden.

freelance pages setzt sich dagegen für einen neuen Weg ein; den direkten, ohne Mittelsmann. Und in der Form sind wir bisher die einzigen, die eine solche Plattform bieten.

Ich denke unser Preismodell verdeutlicht den großen Bruch mit traditionellen Prozessen in diesem Markt. freelance pages beteiligt sich nicht an der Transaktion per se, sondern finanziert die Plattform über Mitgliedsbeiträge. So können Unternehmen Freelancer für einen Bruchteil dessen, was sie bisher bezahlt haben, schnell und einfach finden.

Conplore: Wofür tritt freelance pages ein?
Welche Werte und Ziele verfolgen Sie mit Ihrer Plattform?

Irina Wittmann:

Zuallererst wollen wir die Kontrolle über Geschäftsbeziehungen wieder an die zurückgeben, die sie wirklich haben müssen: die Freelancer und Unternehmen selbst. Außerdem sehen wir Verbesserungsbedarf bei der Transparenz der Preisbildung: Inwiefern sind Provisionen von gut einem Fünftel des Projektwertes für die tatsächlich erbrachte Vermittlungsleistung gerechtfertigt? Denn die finale Auswahl des Freelancers für ein Projekt übernimmt ja wieder das Unternehmen, nur die Suche und Ansprache wird fremdvergeben. Im Hinblick darauf treten wir für mehr Fairness und Transparenz ein. Wir haben unsere Plattform mit viel Ehrgeiz und Hingabe aufgebaut, weil wir für ernsthafte Änderungen im Freelancer-Markt plädieren. freelance pages soll eine Plattform sein, auf der sich Freelancer seriös präsentieren können und Unternehmen die richtigen Spezialisten schnell und unkompliziert finden können. Verhandlungen über Verträge und Konditionen werden dann in den meisten Fällen außerhalb der Plattform stattfinden und das ist auch gut so. Wir beteiligen uns nicht an der Geschäftsbeziehung, sondern stellen eben die digitale Infrastruktur zur Verfügung, damit jene zustande kommen können. Ganz simpel und unkompliziert.

Conplore: Glauben Sie tatsächlich, dass Sie als Start-Up-Unternehmen, den Markt, der von etablierten Playern beherrscht wird, nachhaltig verändern können?

Ulrich Conzelmann:

Wir sehen tatsächlich die Möglichkeit, das zu tun. Allerdings nicht wir allein.
Wir werden es nur schaffen, wenn unsere Idee bei den Freelancern Unterstützung findet, wenn sie Kollegen davon erzählen und wenn sich das wie bei einer Lawine multipliziert. Wenn wir auf diesem Weg eine kritische Masse zusammenbringen, dann wird das Portal auch auf der Nachfrageseite die nötige Aufmerksamkeit finden.
Ja, wir denken, die Chance eine nachhaltige Verbesserung für Freelancer und Einsatzunternehmen zu bewirken, ist da.

Conplore: Frau Wittmann, Herr Conzelmann, vielen Dank für Ihre Zeit und die gewonnenen Einsichten. Wir wünschen Ihren Klienten, den Freiberuflern und Ihnen alles Gute und nachhaltigen Erfolg!

 


 

Zum Unternehmen freelance pages:

Freelancer können von Managern auf freelance pages direkt angefragt werden, ohne Umwege über Vermittler. Die Plattform macht den Markt für alle Marktteilnehmer in gleichem Maße zugänglich und somit transparent. Dadurch kann wertvolles Wissen schnellstmöglich an die Stellen gelangen, an denen es dringend benötigt wird.

Die Plattform: www.freelance-pages.com

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