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Future Work und die 7 Liebestöter: Ideen für die “Ablage rund” – Eine Glosse

 Themen: Deutschland, Europa, Future Work, Köln

Siehe Wikipedia: Ablage rund (Unterpunkt: “Ablage P”).

Die Aufgabe ist nicht ganz klar umrissen, die Rahmenbestimmungen sind noch offen, die ersten Symptome des demographischen Wandels sind mehr oder weniger sichtbar, die Uhr tickt und man weiß, dass man etwas tun muss – nur nicht genau was alles… Für das größte Organisationsprojekt seit 100 Jahren, das auf die Wirtschaft zukommt, sind das denkbar schlechte Vorzeichen.

Doch wie nun was richtig machen? Was muss ich tun, damit ich nicht von Anfang an ins Leere laufe? Die Antwort darauf ist so individuell, wie die Unternehmen sind. Es gibt keine idealtypische Vorgehensweise. Es kann sie schlichtweg nicht geben. Daher ist richtig und falsch eher eine Frage von zweckmäßig und unzweckmäßig. Doch gar nichts zu tun, ist mit Sicherheit die erste richtig falsche Lösung. Daher versuchen wir es einmal andersherum:

Was muss ich tun oder lassen, damit es garantiert schief geht?
Hier eine Aufstellung von Möglichkeiten sich selbst das Bein zu stellen:

1.) Ich habe noch Zeit und kann abwarten und sehen, wie andere das machen!
Das ist die Vogel-Strauß-Politik. Kopf in den Sand und den Löwen ignorieren, der da angehechtet kommt. Und dann überrascht aufblicken und sich wundern. – Das kennen wir alle. Das funktioniert auch, wenn man jemanden zwischen Löwen und den eigenen gefiederten Hintern schieben kann. Den Sündenbock! Zigtausende Menschen machen sich Gedanken, wie die ersten Symptome des demographischen Wandels (z.B. zunehmender Fachkräfte- und Azubi-Mangel oder höhere Krankenstände bei älteren Akkordarbeitern) auffangen kann und selbst gönnt man sich besinnliche Stille in abwartender Haltung. Wartet noch zehn Jahre. Wartet auf die hohe Politik. Fundamental richtige und wichtige Entscheidungen, die hinreichende Lösungen als Download bereitstellen. Und wenn andere jetzt schon tätig werden wollen, ist das ein Zeichen von Hektik, die es zu vermeiden gilt. Es ist schließlich noch immer gut gegangen! Und es kommt wie es kommt! – Zwei Kölner Weisheiten, die hier sehr schön passen.

2.) Die Politik wird es richten!
Klar! – Hat sie schon immer getan. Darauf ist Verlass. Deutlichste JEINs sind der politische Inbegriff des pragmatischen Handelns. Vielleicht noch mit einer Prise Karlsruhe und Bundesverfassungsgericht, falls sich jemand zu schnell und zu einfach durchsetzt. Rente nicht mehr mit 67, sondern auf die Schnelle mit 63. 67 war zwar nach Expertenschätzungen nötig und richtig, doch was ist wichtiger als eine Wählerstimme? Und solange die Lage nicht wirklich wählerbeunruhigend ernst wird, richtet die Politik nur eines: sich selbst! Ruhestandsbezüge, Aufsichtsratsmandate, Vorstandspositionen… Das ist auch eine Art von Future Work, die Vertrauen schafft und rechtfertigt.

3.) Gott wird es schon richten.
Ich bin nicht sonderlich religiös, kenne aber noch die Weisheit: Hilf Dir selbst, dann hilft Dir Gott! Ich kann mich aber daran erinnern, dass Gott bei seinem Projekt Schöpfung erst einmal die Arbeitsbasis geschaffen hat: Licht an, festen Boden schaffen und störende Elemente weg. Das kann sich geändert haben. Ich habe das nicht weiterverfolgt. Auch sind uns seit 2000 Jahren die Erzengel und seit 1500 Jahren die Propheten ausgegangen. Der letzte, Mohammed, überlieferte uns, dass Allah 99 Namen habe. Der Barmherzige, der Gütige, der Liebende, auch der Zürnende und Strafende – aber kein der Abwartende. – Glaube ich zumindest in Erinnerung zu haben. Allerdings ist jetzt Zug im Kamin, es ändert sich was. Die katholische Kirche hat jemanden nach nur ein paar Jahren heilig gesprochen. Das dauerte früher bis zu 200 Jahre. Das könnte – ich beschwör es aber nicht – darauf hindeuten, dass da wieder eine Verbindung ist. Nach oben… Aber wie gesagt: ich bin nicht sonderlich religiös…Theologen könnten hier Unternehmensberater werden.

4.) Das soll mal einer machen und dann schauen wir mal!
Die Einzelpersonenlösung! – Alle Kompetenzen sind vereint in einer Person. Die Kommunikationswege extrem kurz. Optimal könnte man sagen und das Projekt in fähigen zwei Händen. Dazu ein netter Arbeitstitel: “Gesamtprojektleiter für die Realisierung von Future Work 2025?, oder so. Egal was man dazu sagen kann, er oder sie wird auf einen funktionierenden Punkt 3 angewiesen sein…

5.) Neue Ideen brauchen neue Leute!
Neue Besen kehren gut, so eine alte Weisheit. Und wer neue Ideen haben will braucht auch neue Leute. Solche, die noch nicht durch die grausame Realität der Arbeit verbogen wurden. Gradlinige Charaktere, dynamisch, kreativ und leistungsorientiert. – Macher! Gerne auch losgelöst von denen, die schon seit 40 Jahren die Arbeit machen, die diese neuen Köpfe nun optimieren wollen. Im Hinblick auf altersgerechte Rollen, machbare Prozesse und – ganz wichtig – billig. Am besten Absolventen. Als Team eingekauft. Die Generation Y at work…

Ausgestattet mit dem Prädikat “wichtig” und dem Zusatz “sehr” ist das der Garant für eine kurze Kommunikation, große / hohe Lernkurve und nachhaltige Konfliktstrategien bei der Umsetzung. Alle alten Hasen haben darauf nur gewartet, dass da so ein Dynamiker kommt und nette Ideen hat. Und da es hier um Arbeitsplätze, Zukunft, Altersvorsorge und andere Bagatellen arbeitnehmersensitiver Belange geht, ist innerbetriebliche Ruhe quasi vorprogrammiert.

6.) Alles Blödsinn – wir brauchen nur ein besseres Recruiting!
Das Problem wurde gut subsummiert. Wir machen alles wie bisher und füllen die Lücken wieder mit neuen Leuten. Das geht, wenn unser Recruiting besser ist als von denen (egal wer das alles ist). Dann machen wir so weiter wie gehabt. Wer unsere Leistungsstandards nicht erfüllt, fliegt (da warten ja angeblich andere, die die dann gerne einstellen wollen…) und Vakanzen werden mit Frischfleisch bestückt. – Ich habe fertig!

7.) In der Stille liegt die Kraft!
Sollen andere sich die Köpfe heiß reden. Wir machen das anders: Im stillen Kämmerlein. Ein, zwei Jahre Planung und dann kommt der große Wurf. En detail ausgetüftelt, stimmig zu Papier gebracht, vier bis fünf Ordner, pardon: Sticks voll und mit einer großen Info-Kampagne im Intranet und in der Cafeteria. Möglichst keine Konsultationen, Abstimmungen und Gespräche mit Gremienvertretern. Die könnten in der (Planungs-)Zeit ja wechseln und hätten sich dann umsonst aufgeregt. Schlimmer noch: Sand ins Getriebe gekippt. Und was außerhalb des Unternehmens geredet wird, ist egal. Jeder Berater hat ja immer gesagt, dass die Lösung für jedes Unternehmen individuell zu suchen ist, da keines dem anderen gleicht. Also…

Das war böse genug.

Aber es zeigt auf, dass gewisse Lösungen nicht wirklich den Dimensionen der Herausforderung gewachsen sind. Überspitzt und pointiert wird hier der ein oder andere Hintergedanke, warum ich denn noch nichts machen will, bloßgestellt. Auch wenn man darüber lachen konnte, am Ende wird es nichts zu lachen geben. Zumindest nicht für die, die von der Konkurrenz (der Wirklichkeit) abgehängt worden sind.

In zehn Jahren kann eine Menge passieren. Wenn wir allein die letzten zehn Jahre betrachten, gibt es einen Anhalt, WIE sich die Gesellschaft, die Wirtschaft und die Welt verändert hat. Zum Beispiel internetfähige Handys. Die gibt es erst seit sieben Jahren??? Und was hat sich vertrieblich alles auf Handys zugeschnitten verändert!

Der demographische Wandel kommt. Er ist unaufhaltsam und mittelfristig gesehen auch unumkehrbar. Und daher ist die Altersvorsoge eben nicht sicher, wie Norbert Blüm es in den 80igern postulierte. Damals hat man schon gelacht. Jetzt vergeht uns das Lachen und wir müssen immer länger arbeiten. Und darauf muss sich die Gesellschaft und die Wirtschaft insgesamt sowie jedes Unternehmen für sich einstellen.

Und da wären wir dann wieder bei Gott und seiner Schöpfung: Licht an, festen belastbaren Boden schaffen und alles Störende weg!

Future Work ist eigentlich recht einfach zu verstehen!

 

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