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Interview mit Daniel Schaefers von edelmat. – „Die Veranstaltungstechnik wird immer digitaler“

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Beitrag von:

Daniel Schaefers

Unternehmen:

edelmat. GmbH

Interview mit Daniel Schaefers von edelmat.

„Die Veranstaltungstechnik wird immer digitaler“

Der Veranstaltungssektor gehört zu den Branchen, die am stärksten von der COVID-19-Pandemie betroffen waren. Und auch trotz steigender Impfzahlen ist die Lage vielerorts noch angespannt. Die Weiterentwicklung von Digitalisierungsstrategien wird unter diesen Bedingungen zu einer immer wichtigeren Voraussetzung für langfristige Wettbewerbsfähigkeit.

Wir haben mit Veranstaltungsexperte Daniel Schaefers von edelmat. aus Berlin über die Entwicklung der Branche in der Zeit von Corona, die Wandlung seiner Geschäftsprozesse und Aussichten für die Zukunft gesprochen.

 

Conplore: Guten Tag, Herr Schaefers! Wir freuen uns, Sie bei uns begrüßen zu dürfen. Werfen wir zum Einstieg einen kurzen Blick auf die Geschichte Ihres Unternehmens. Wie kam es zur Gründung von edelmat.?

Daniel Schaefers:

Die Anfänge der edelmat. GmbH gehen zurück auf das Jahr 2009. Damals entstand unser Unternehmen aus zwei Einzelunternehmen, die primär im Bereich Clubbeschallung und DJ-Technik aktiv waren. Zu dieser Zeit mietete ein großer Teil der Berliner Clubs seine Ausrüstung bei uns. Heute gehören noch das Watergate, das Berghain und das Tresor zu unseren Kunden.

2016 übernahm ich die alleinige Geschäftsführung. Zu dieser Zeit wurde das Unternehmen erwachsener und wir zogen vom Prenzlauer Berg nach Reinickendorf. Noch im selben Jahr wurden wir als Preisträger beim Wettbewerb „Berlins beste Ausbildungsbetriebe“ ausgezeichnet. Im Jahr 2019 haben wir den Reinickendorfer Ausbildungsbuddy gewonnen.

„Im Zentrum unserer Arbeit steht weiterhin der Mensch.“

Conplore: Hat sich der Wechsel Ihres Standorts auf die Arbeit in Ihrem Unternehmen ausgewirkt?

Daniel Schaefers:

Im Zentrum unserer Arbeit steht weiterhin der Mensch. Das gilt nicht nur für interne Abläufe in unserem Unternehmen, sondern auch für unsere Veranstaltungen. Wir bringen Menschen durch Konzeption und Technik zusammen und schaffen emotionale Verbindungen.

Mit dem Wechsel unseres Standorts haben wir uns ein wenig von den Berliner Subkulturen entfernt. Wir richteten unseren Fokus nun vermehrt auf Corporate Events und auf das Installationsgeschäft. Aktuell konzentrieren wir uns stark auf die Themen Veranstaltungssicherheit und Nachhaltigkeit. Seit 2017 sind wir nach dem Qualitätsmanagementsystem ISO 9001 zertifiziert und 2020 haben wir das Umweltmanagementsystem ISO 14001 eingeführt.

 

Conplore: Gehen wir noch ein wenig weiter zurück. Wie sind Sie überhaupt zum Thema Veranstaltungstechnik gekommen?

Daniel Schaefers:

Nach der Jahrtausendwende bin ich von Köln nach Berlin gezogen, um als Student und DJ die bunte Vielfalt der Stadt kennenzulernen. Nach kurzer Zeit habe ich selbst aktiv Freiräume mitgestaltet. Als Teil des Kollektivs patentblau. Da wir für unsere Veranstaltungen geeignete Technik benötigten, entstand bald ein Verleihgeschäft.

„Wir sind auf den Bereich Veranstaltungstechnik spezialisiert.“

Conplore: Auf welche Leistungen legen Sie Ihren Fokus?

Daniel Schaefers:

Wir sind auf den Bereich Veranstaltungstechnik spezialisiert. Hierzu gehören die Beratung, die Installation, der Verkauf, die Vermietung und der Service. Vor der Corona-Pandemie haben wir vor allem Kongresse ausgestattet und technisch konzeptioniert. Im Moment arbeiten wir an der Transformation von Veranstaltungsformaten für den Bereich Streaming. Weiterhin professionalisieren wir Schulungszentren und Besprechungsräume für Digital- und Hybrid-Anwendungen.

 

Conplore: Wer zählt zu Ihren Kunden?

Daniel Schaefers:

Wir betreuen vor allem Agenturen, Veranstalter und Brands. Im Moment ist das Installationsgeschäft aufgrund immer noch vorhandener Einschränkungen deutlich stärker ausgeprägt. Der Fokus liegt hier auf der Digitalisierung von Schulungs- und Konferenzräumen. Aktuell betreuen wir eher trägergeführte Organisationen, Konzerne und Schulungszentren. Hier sind vor allem das Krankenhaus Havelhöhe, das Deutsche Studentenwerk und die Diakonie zu nennen.

 

Conplore: Was ist Ihnen bei Ihrer täglichen Arbeit besonders wichtig?

Daniel Schaefers:

Uns liegt stets die langfristige Zusammenarbeit mit unseren Kunden am Herzen. Deshalb betonen wir in Beratungen, wie wichtig es ist, dass wir möglichst früh in die Planung einbezogen werden. Kurzfristige Anfragen lehnen wir eher ab. Hier geht es meistens mehr um Preisfragen, oft ist der Kunde nicht professionell und hat nicht das notwendige Verständnis für die Themen Veranstaltungssicherheit und Nachhaltigkeit.

Darüber hinaus sind uns kurze Wege und ein regelmäßiges Feedback wichtig. Nach Briefing, Konzeption, Angebotserstellung, Detailplanung und Umsetzung hinterfragen wir die Resultate und schaffen so eine solide Basis für künftige Projekte.

„Bereits vor der Krise war die Veranstaltungswirtschaft in starkem Maße von Saisonschwankungen und kurzfristigen Anfragen geprägt.“

Conplore: Welche typischen Herausforderungen begegnen Ihnen bei Ihrer täglichen Arbeit?

Daniel Schaefers:

Bereits vor der Krise war die Veranstaltungswirtschaft in starkem Maße von Saisonschwankungen und kurzfristigen Anfragen geprägt. Kunden waren es gewohnt, dass unsere Branche auf Abruf alles Notwendige bereitstellen kann. Aktuell fehlen teilweise die hierfür notwendigen Fachkräfte. Die Perspektivlosigkeit hat dazu geführt, dass tolle Menschen unsere Branche verlassen mussten. Die eigene Ausbildung ist noch wertvoller geworden.

 

Conplore: An welche besonderen Veranstaltungen Ihrer Karriere können Sie sich erinnern?

Daniel Schaefers:

Da gab es viele Momente. Ein ganz besonderes Erlebnis war sicher eine meiner ersten Veranstaltungen als technischer Dienstleister. „Das Bo“ saß auf unserem Boxenturm und sang: „Wir brauchen Bass.“ Solche Momente bleiben einfach in Erinnerung. In jüngster Zeit denke ich vor allem an das Abschlussprojekt unseres Azubis – ein erfolgreiches Streaming-Konzert. Es war einfach schön, die jungen Menschen, die Band und die Techniker bei der Zusammenarbeit zu beobachten. Hier spürt man einfach, wie alles ineinandergreift.

„Die Veranstaltungswirtschaft sollte die Zeit der Krise jetzt nutzen und die Tagessätze für Fachkräfte verdoppeln.“

Conplore: Wie hat sich die Veranstaltungstechnik in den vergangenen 20 Jahren verändert?

Daniel Schaefers:

Zentrale Veränderungen bestehen sicherlich darin, dass Produktzyklen immer kürzer werden, dass sich die Branche digitalisiert und in immer stärkerem Maße professionalisiert. Die Veranstaltungswirtschaft sollte die Zeit der Krise jetzt nutzen und die Tagessätze für Fachkräfte verdoppeln. Es kann nicht sein, dass hochqualifiziertes Personal komplexe Tätigkeiten ausübt, die von niemandem sonst übernommen werden können, und dafür keine angemessene Entlohnung erhält.

 

Conplore: Was sind die wichtigsten aktuellen Trends?

Daniel Schaefers:

Während der Kernzeit der Krise fand ein großer Teil der Veranstaltungen online statt. Das wird sicher auch zum Teil so bleiben. Vor allem informative Formate eignen sich gut für eine digitale oder zumindest hybride Präsentationsform. Ob sich experimentellere Konzepte wie digitale Whiskey Tastings etablieren, bleibt abzuwarten.

Uns persönlich ist es ein Anliegen, aus Notbehelfen dauerhafte Lösungen für unsere Kunden zu entwickeln, die sie nachhaltig in ihre Prozesse integrieren können. Gut lässt sich dies zum Beispiel bei Workshop-Formaten und Schulungsanwendungen bewältigen. Doch auch im klassischen Konzert- und Event-Bereich ist es möglich, die Reichweite durch den Einsatz digitaler Technologien deutlich auszuweiten.

 

Conplore: Dann wünschen wir Ihnen dabei für die Zukunft alles Gute und danken Ihnen für das informative Gespräch.

Daniel Schaefers:

Sehr gern!

Titelbild: lhennen (pixabay.com)

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