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Oliver Nickels

Interview: Oliver Nickels – “Über den Nutzen der Onlineberatung”


Montag, 23. März 2015

CM: Herr Nickels, kann eine Online-Beratung die persönliche Beratung komplett ablösen? Kann eine Beratung ohne vorherigen persönlichen Kontakt nicht stattfinden?

Oliver Nickels:
Meines Erachtens stellt sich die Frage so nicht. Online-Beratung hat in diesem Sinne nicht die Aufgabe, die persönliche Beratung abzulösen. Sie ist vielmehr ein Werkzeug, um eine persönliche Beratung effektiver zu gestalten.

Unternehmen sind heute verteilt und agieren oft über mehrere Standorte hinweg. Ich habe eigentlich keine Klienten mehr, die nicht täglich über Online-Medien mit ihren Kollegen, Lieferanten oder Kunden kommunizieren. Eine rein persönliche Beratung ist oft nur noch in Einzelfällen oder zum Projektbeginn sinnvoll oder möglich.

Der persönliche Kontakt ist zu Anfang sinnvoll, tritt aber bei der Beratung im Rahmen von Prozessabläufen und abhängig von der Aufgabenstellung mehr und mehr in den Hintergrund.

CM: Welche Trends sehen Sie aktuell im Onlinemarketing? Tun diese der Branche gut?

Oliver Nickels:
Es ist ganz klar ein Trend zum offenen Dialog zu erkennen. Soziale Netze sind allgegenwärtig, wir nutzen sie täglich, um uns zu informieren – nicht nur über Angebote, sondern auch über Unternehmen, zum Beispiel um mehr über die Arbeitsbedingungen und die Erfahrungen anderer zu erfahren. Diese Offenheit ist für die Unternehmen kaum zu kontrollieren, und sie sind oft nicht ausreichend darauf vorbereitet, souverän innerhalb dieses für sie ungewohnten Umfelds agieren zu können.

Für die Beraterbranche ist dies insgesamt eine positive Entwicklung. Sie gibt auch kleinen, spezialisierten Beratungsunternehmen bessere Chancen, effektiv am Markt zu agieren und sich positiv zu positionieren. Der Kunde profitiert von einer höheren Transparenz, er kann neue Entwicklungen besser einschätzen, schnellere Entscheidungen treffen, und sich daher auch schneller für einen gezielten Beratereinsatz entscheiden.

CM: Consulting 4.0: Wie bewerten Sie den Einstieg großer Beratungshäuser in den Bereich Digital Ventures / Digitalwirtschaft?

Oliver Nickels:
Das Ziel digitaler Ventures, aus Großunternehmen heraus Start-Ups zu gründen, um bestimmte Märkte oder Produkte außerhalb der angestammten Prozesse zu entwickeln, ist grundsätzlich sehr zu begrüßen. Es kann dem Markt nur gut tun, neue Ideen schnell zu entwickeln. Außerdem fördert es eine neue Gründermentalität.

Ich sehe allerdings die Gefahr, dass die neu gegründeten Start-Ups von den etablierten und oft für große Unternehmen optimierten Beratungsmethoden erstickt werden. Ein digitales Start-Up lebt gerade in der Gründungsphase davon, nicht wie ein großes Unternehmen zu denken. Sehr oft sind digitale Start-Ups nur erfolgreich, weil sie gar nicht wie ein Unternehmen denken, sondern nur konsequent eine Idee verfolgen.

CM: Herr Nickels, vielen Dank für Ihre Zeit und die gewonnenen Einsichten. Wir wünschen Ihren Klienten und Ihnen alles Gute und nachhaltigen Erfolg!


 

Zur Person
Oliver Nickels ist Berater für Markenkommunikation und digitale Konzepte: Über 15 Jahre Erfahrung in Marketing und Business Development, mit Genies und mit Feiglingen. Über acht Jahre Erfahrung mit digitaler Kommunikation und als Berater der Geschäftsleitung. Bis März 2012 Marketing Manager Digital der IBM SoftwareGroup Deutschland und Social Media Strategist der IBM Deutschland GmbH. Berater für Marketing und digitale Kommunikation bis heute. Seit 2007 Dozent für Marketing in sozialen Netzen an der Universität Tübingen.

Zum Unternehmen:
blue herring berät und begleitet Unternehmen bei der Modernisierung ihrer Markenkommunikation: Digitale Markenführung, Aufbau und Neuaufstellung des Marketings, Budget- und Effektoptimierung, Interims-Marketingmanagement, Geschäftsfeldentwicklung und Geschäftsmodelloptimierung. Wir sind unabhängig und spezialisiert auf schwierige Aufgaben, ungewöhnliche Projekte und innovative Formen der Partnerschaft mit unseren Kunden.

(Quelle: Oliver Nickels)


 
Dieser Artikel ist Teil des Specials Beratersymposium Oldenburg.
Dieser Artikel ist Teil des Specials Expert Interviews.
Dieser Artikel ist Teil des Specials Consulting Industry.
Dieser Artikel ist Teil der Edition IT – Information Technology.

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Briefing:

Ein Kurzinterview im Rahmen des “6. Beratersymposiums” der Universität Oldenburg und Hochschule Emden-Leer. Der Kongress vom 13. März 2015, der insbesondere von den Studierenden des gemeinsamen Masterstudiengangs “Management Consulting” organisiert und an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg durchgeführt wurde, widmete sich, unter aktiver Mitwirkung namhafter Repräsentanten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Praxis, dem Thema “Beratung im Übermorgen – Wohin geht die Reise?”. Interviewpartner Oliver Nickels unterrichtet seit 2007 als Dozent für Marketing in sozialen Netzen an der Universität Tübingen und hat einen Hochschulabschluss in Informatik sowie einen berufsbegleitenden Abschluss in Marketing. Bis März 2012 war er Marketing Manager Digital der IBM Software Group Deutschland, anschließend folgte die Eigenständigkeit als Berater für Marketing, speziell im Bereich der Online-Beratung. Als Diskussionsteilnehmer des Workshops mit Podiumsdiskussion “Face-to-Face versus Online-Beratung” war Oliver Nickels auf dem diesjährigen Beratersymposium zugegen.

Dieser Artikel ist Teil des Specials Beratersymposium Oldenburg.
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