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New Work in der Praxis: Was einen zeitgemäßen Arbeitsplatz heute ausmacht

New Work ist längst mehr als ein Schlagwort für Kickertische und Obstkörbe im Büro. Hinter dem Begriff steckt eigentlich ein grundlegend anderes Verständnis von Arbeit, das Selbstbestimmung, Vertrauen und die Bedürfnisse der Beschäftigten in den Mittelpunkt stellt. Wie das im Arbeitsalltag konkret aussieht und worauf Unternehmen bei der Gestaltung moderner Arbeitsplätze achten sollten, zeigt dieser Beitrag.

Was steckt eigentlich hinter dem Begriff New Work?

Der Begriff geht auf den Sozialphilosophen Frithjof Bergmann zurück, der sein Konzept der neuen Arbeit bereits ab den 1970er-Jahren entwickelte. Seine Grundidee war damals ziemlich radikal. Arbeit sollte nicht länger bloß ein Mittel zum Zweck sein und den Menschen stattdessen die Möglichkeit geben, etwas zu tun, das sie wirklich wollen. Selbstständigkeit, Freiheit und Teilhabe an der Gemeinschaft bilden bis heute die Grundwerte dieses Ansatzes.

Im heutigen Sprachgebrauch ist New Work allerdings eher zu einem Sammelbegriff geworden. Darunter fallen flexible Arbeitszeitmodelle und mobiles Arbeiten ebenso wie agile Methoden, neue Bürokonzepte oder ein veränderter Führungsstil. Ein festes Modell gibt es dabei nicht. Jedes Unternehmen muss letztlich selbst herausfinden, welche Elemente zur eigenen Kultur und zu den jeweiligen Aufgaben passen.

New Work auf einen Blick

  • Selbstbestimmung bei Arbeitsort und Arbeitszeit
  • Sinnstiftende Tätigkeiten statt reiner Aufgabenerfüllung
  • Führung auf Augenhöhe und mehr Eigenverantwortung im Team
  • Räume und Ausstattung, die sich am Menschen orientieren

Welche Arbeitsmodelle prägen die moderne Arbeitswelt?

Seit der Pandemie hat sich vor allem das hybride Arbeiten als neuer Standard etabliert. Mehr als die Hälfte der Beschäftigten in Deutschland wechselt inzwischen regelmäßig zwischen Büro und Homeoffice. In der Praxis haben sich dabei zwei bis drei Bürotage pro Woche als eine Art Richtwert durchgesetzt. Wer sich die verschiedenen hybriden Arbeitsmodelle genauer anschaut, merkt aber schnell, dass die Ausgestaltung von Betrieb zu Betrieb ganz unterschiedlich ausfallen kann.

Neben dem Arbeitsort wird auch die Arbeitszeit immer flexibler. Gleitzeit, Vertrauensarbeitszeit oder die Vier-Tage-Woche werden in vielen Unternehmen diskutiert oder bereits getestet. Wichtig sind dabei vor allem klare Absprachen. Flexibilität funktioniert nämlich nur dann gut, wenn alle Beteiligten wissen, wann Erreichbarkeit erwartet wird und auf welchen Wegen Informationen im Team weitergegeben werden.

Tipp: Feste Teamtage im Büro vereinbaren
Viele Teams legen einen oder zwei gemeinsame Präsenztage pro Woche fest. So bleibt genug Raum für persönlichen Austausch, kreative Workshops und die spontanen Gespräche, die im Homeoffice oft zu kurz kommen.

Wie sieht ein zeitgemäßer Arbeitsplatz im Büro aus?

Mit dem hybriden Arbeiten verändert sich auch die Funktion des Büros selbst. Es ist heute weniger ein Ort für stille Einzelarbeit und vielmehr ein Treffpunkt für Zusammenarbeit und Austausch. Moderne Bürokonzepte setzen deshalb häufig auf verschiedene Zonen, die sich je nach Tätigkeit nutzen lassen:

  • Rückzugsbereiche und Fokusräume für konzentriertes Arbeiten
  • Offene Projektflächen und flexible Besprechungsräume für die Teamarbeit
  • Lounge- oder Kaffeebereiche für den informellen Austausch
  • Desk-Sharing-Plätze mit einheitlicher und leicht anpassbarer Ausstattung

Gerade beim Desk Sharing kommt es auf die Details an. Wenn sich täglich andere Personen an einen Schreibtisch setzen, muss sich der Arbeitsplatz schnell und unkompliziert auf die jeweilige Körpergröße einstellen lassen. Auch die Technik sollte ohne großen Aufwand funktionieren, damit niemand den Morgen mit Kabeln und Adaptern verbringt. Wie sich die Technik im hybriden Büro effizient organisieren lässt, ist dabei ein eigenes Thema für sich.

New Work - Der zeitgemäße Arbeitsplatz - Foto von Rodeo Project Management Software - Unsplash
New Work - Der zeitgemäße Arbeitsplatz - Foto von Rodeo Project Management Software - Unsplash

Warum gehört Ergonomie zu New Work dazu?

Wer New Work ernst nimmt, stellt den Menschen in den Mittelpunkt und das gilt natürlich auch für seine Gesundheit. In Deutschland arbeiten weit über 17 Millionen Menschen überwiegend sitzend am Bildschirm. Verspannungen im Nacken, Rücken- oder Kopfschmerzen sind dabei nicht selten die Folge einer unpassenden Einrichtung. Eine ergonomische Grundausstattung gehört deshalb zu den Basics eines jeden modernen Arbeitsplatzes.

Den Anfang macht in der Regel die Sitzgelegenheit. Gute und komfortable Bürostühle und Schreibtischstühle lassen sich in der Höhe verstellen, stützen den unteren Rücken mit einer Lordosenstütze und bieten idealerweise auch verstellbare Armlehnen. Ergänzend dazu ermöglichen höhenverstellbare Schreibtische einen regelmäßigen Wechsel zwischen Sitzen und Stehen. Der Bildschirm wiederum sollte so ausgerichtet sein, dass die oberste Zeile etwa auf Augenhöhe liegt.

Hinweis: Ergonomie endet nicht an der Bürotür

Für fest eingerichtete Telearbeitsplätze gelten die Vorgaben der Arbeitsstättenverordnung. Doch auch beim mobilen Arbeiten lohnt es sich, gemeinsam mit den Beschäftigten auf eine gesunde Einrichtung zu achten und bei Bedarf passende Möbel oder Zuschüsse bereitzustellen.

Warum entscheidet am Ende die Unternehmenskultur?

Moderne Möbel und flexible Arbeitszeiten allein schaffen allerdings noch keine neue Arbeitswelt. Entscheidend ist vielmehr, wie Führung und Zusammenarbeit im Alltag tatsächlich gelebt werden. Führungskräfte übernehmen im Sinne von New Work zunehmend die Aufgabe, ihre Teams zu begleiten und zu befähigen. Dieser Wandel vom Entscheider zum Coach verlangt vor allem Vertrauen und die Bereitschaft, Verantwortung abzugeben.

Hinzu kommt, dass New Work ein wichtiger Faktor im Wettbewerb um Fachkräfte ist. Wer sich mit den Hintergründen der Mitarbeiterbindung beschäftigt, stellt fest, dass eine faire Vergütung zwar weiterhin das Fundament bildet. Flexibilität, Sinn und ein angenehmes Arbeitsumfeld kommen aber als wichtige Kriterien hinzu und entscheiden oft darüber, ob Beschäftigte langfristig bleiben.

Tipp: Mitarbeitende früh einbeziehen
Bevor neue Konzepte eingeführt werden, lohnt sich eine kurze Befragung im Team. So lässt sich herausfinden, welche Maßnahmen tatsächlich gewünscht sind und wo im Alltag eigentlich der Schuh drückt.

Wie gelingt der Einstieg in New Work im eigenen Unternehmen?

Ein zeitgemäßer Arbeitsplatz entsteht also weder über Nacht noch durch einzelne Maßnahmen. Es ist vielmehr das Zusammenspiel aus flexiblen Arbeitsmodellen, durchdachten Räumen, ergonomischer Ausstattung und einer offenen Unternehmenskultur. Unternehmen fahren meist gut damit, schrittweise vorzugehen und neue Ideen zunächst in einzelnen Teams zu testen. Regelmäßiges Feedback hilft anschließend dabei, die Maßnahmen weiterzuentwickeln. Denn letztlich geht es bei New Work genau darum, Arbeit so zu gestalten, dass sie zu den Menschen passt und nicht umgekehrt.

Bilderquelle: Rodeo Project Management Software (Unsplash)

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