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Finanzwissen: Was macht eine Affinerie (Scheideanstalt)?

Edelmetalle wie Gold, Silber, Palladium, aber auch Kupfer und Zink kommen in vielen Bereichen des täglichen Lebens in den unterschiedlichsten Zusammensetzungen vor. Das wertvolle Recyclingmaterial wird von Händlern und Industriebetrieben den Affinerien zugeführt. Diese Affinerien werden in Deutschland auch als Scheideanstalten bezeichnet. Hierzulande gibt es nur sehr wenige Affinerien.

Was macht eine Affinerie genau?

Die Metalle werden in der Affinerie mit verschiedenen Methoden getrennt.

Spricht man in unseren Breitengraden von einer Affinerie, ist eine Scheideanstalt für Metalle gemeint. Metalle bestehen in der Regel immer aus verschiedenen Legierungen. Bei der Affination in der Anstalt werden die edlen und unedlen Metalle wieder voneinander getrennt und in Barrenform gebracht. Bevor die Metalle gegossen werden, müssen sie in der Scheideanstalt aufbereitet werden. Dazu werden folgende Methoden angewendet:

  • die mechanische Aufbereitung der Scheidgüter
  • das Schmelzen der Metalle
  • das Veraschen der Scheidgüter

Das Scheiden von Metallen ist ein sehr aufwendiger und teurer Prozess. Damit sich das Zurückführen der edlen und unedlen Metalle rentiert, müssen den Anstalten Metalle in großen Mengen zur Verfügung gestellt werden. Die zurückgewonnenen Metalle sind für Privatpersonen nicht erhältlich. Wer sich einen Goldbarren kaufen möchte, muss daher zu seinem Händler oder zu einer Bank begeben. Der Kauf von Gold ist übrigens steuerfrei.

 

In Affinerien kommt sehr oft die thermische Aufarbeitung zum Einsatz

Das angelieferte Material wird in der Scheideanstalt entsprechend aufgearbeitet. Dabei kommen verschiedene Verfahren zum Einsatz. Meist werden die Metalle in der Affinerie thermisch aufgearbeitet. Das angelieferte Material wird dazu zunächst zerkleinert und dann in einer Schmelzanlage erhitzt. Da die verschiedenen Rohstoffe unterschiedliche Schmelzpunkte haben, werden zum Beispiel Kunststoffe verascht und Metalle bei hohen Temperaturen getrennt. Es ist mit diesen Verfahren oftmals sogar möglich, einzelne Legierungen aufzubrechen.

„Ist eine thermische Trennung der Metalle nicht möglich, kommen oft auch chemische oder elektrolytische Verfahren zum Einsatz.“

Ein sehr bekanntes Verfahren ist das Scheiden mit Königswasser. Bei diesem nass-chemischen Verfahren kommt eine Mischung aus Salz- und Salpetersäure zum Einsatz. Edelmetalle wie Gold und Silber lösen sich im Königswasser und können danach einzeln ausgefällt werden.

 

Scheideanstalten arbeiten immer mit hohen Sicherheitsvorkehrungen

Eine Scheideanstalt oder auch Affinerie kann im Grunde genommen mit einem Recycling-Betrieb verglichen werden, der edle Metalle zurückgewinnt.

„Ziel der Affinerie ist, das Edelmetall mit einer hohen Reinheit von wenigstens 99,9 Prozent zu scheiden.“

Dies gelingt allerdings nicht immer. Die zurückgewonnenen Edelmetalle wie Gold, Silber oder Palladium haben aber trotzdem einen sehr hohen Wert. Die Anstalten sind daher auch komplett videoüberwacht. Die Mitarbeiter werden beim Arbeitsantritt und nach Feierabend mit Metalldetektoren überprüft. Sie müssen außerdem ein einwandfreies Führungszeugnis haben. Die Affinerien arbeiten in der Regel nicht mit Privatpersonen zusammen. Die Goldmengen, die Privatpersonen anbieten können, sind für die großen Scheideanstalten normalerweise nicht relevant. Auch der Verkauf der durch die Scheidung produzierten Barren ist nicht an Privatpersonen möglich. Das zurückgewonnene Edelmetall wird wieder dem Wirtschaftskreislauf zugeführt.

Titelbild: Anand KZ | pixabay.com

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